Energieeffizienz-Netzwerke noch erfolgreicher als erwartet

03. Jul. 2020
Allein die 87 untersuchten Netzwerke sparen über eine Million Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Auch die hessischen Netzwerke tragen zum Erfolg bei.

Durch ein Energieeffizienz-Netzwerk werden durchschnittlich 31.000 Megawattstunden Endenergie pro Jahr eingespart. Das entspricht in etwa dem jährlichen Endenergieverbrauch von 1.900 deutschen Haushalten. Damit bestätigen die aktuellen Monitoring-Ergebnisse der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke: Die freiwilligen Unternehmenszusammenschlüsse arbeiten noch erfolgreicher als erwartet. Insgesamt erreichen die untersuchten Netzwerke ihre selbstgesetzten Ziele im Durchschnitt zu 111 Prozent.

Mehr als 4.000 umgesetzte Maßnahmen im Monitoring

Das begleitende Monitoring der Initiative hat 87 bereits abgeschlossene Energieeffizienz-Netzwerke genauer analysiert. Die darin teilnehmenden 948 Unternehmen haben im Netzwerk über 4.000 Energieeffizienz-Maßnahmen realisiert. Am häufigsten wurde die Beleuchtung optimiert (29%). Auch Maßnahmen im Bereich Wärme (17%) und Prozesstechnik (13%) wurden vielfach umgesetzt. Dadurch ergeben sich für die untersuchten 87 Netzwerke jährliche Primärenergie- bzw. Treibhausgaseinsparungen von insgesamt 3.481.000 Megawattstunden bzw. 1.017.000 Tonnen CO2. Die ursprünglich gesetzten Einsparziele der Initiative lassen sich nach Hochrechnung dieser Ergebnisse bereits mit 360 (bzgl. Primärenergieeinsparung) bzw. 295 (bzgl. Treibhausgas-Minderung) Netzwerken erreichen.

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Auch die abgeschlossenen hessischen Netzwerke blicken auf eine erfolgreiche Netzwerkarbeit zurück. So wurden das Business Energieeffizienz-Netzwerk Frankfurt am Main und das Energieeffizienz-Netzwerk ETA-Plus als Erfolgsgeschichte der Initiative ausgezeichnet und in der Broschüre „Gemeinsam erfolgreich“ vorgestellt. Sie übertrafen ihre gesteckten Ziele um 70 bzw. um 85%. 

Broschüre: Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Hier finden Sie die Broschüre: „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke: Gemeinsam erfolgreicher“.

Damit können 16.000 4-Personen Haushalte oder ca. 32.000 1-Personen Haushalte ein Jahr lang betrieben werden. Beide Netzwerke starten eine zweite Runde und verpflichten sich bis 2023 bzw. bis 2021 noch mehr Energie und CO2 einzusparen.

272 Netzwerke aktiv für den Klimaschutz

Die Initiative hat sich damit als eines der erfolgreichsten Instrumente des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) bewährt. Bei ihrem Start wurde geschätzt, dass durch die rund 500 geplanten Netzwerke fünf Millionen Tonnen CO2 bzw. 75 Petajoule Primärenergie eingespart werden können. Bis heute wurden im Rahmen der Initiative 272 Netzwerke gestartet. Dabei sind die Teilnehmer zumeist sehr zufrieden. 88 Prozent der Unternehmen bewerteten das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Netzwerkarbeit als gut oder sehr gut. Eine Übersicht der Unternehmen, die sich schon den Netzwerken der Initiative angeschlossen haben, sowie alle Informationen für einen erfolgreichen Netzwerkstart gibt es unter www.effizienznetzwerke.org

Das ist ein Energieeffizienz-Netzwerk

Ein Energieeffizienz-Netzwerk ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen einer Region oder Branche, die zusammenarbeiten, um ihre Energieeffizienz zu steigern. Zentrale Elemente der Netzwerke sind ein moderierter Austausch zwischen den Teilnehmern sowie die Festlegung eines gemeinsamen Einsparziels. So gewinnen die Unternehmen schneller Know-how, mit dem sie ihre Energieeffizienz steigern können.

Über die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Unternehmen aller Branchen und Größen können von der Teilnahme an Energieeffizienz-Netzwerken profitieren. Die Ende 2014 gegründete Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hilft Unternehmen dabei, sich branchenübergreifend, branchenintern oder unternehmensintern in Netzwerken auszutauschen und Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen. Die Initiative wird von 22 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung getragen. Ziel der Initiative ist es, bis Ende 2020 die Gründung von rund 500 neuen Energieeffizienz-Netzwerken zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel, Gewerbe und Energiewirtschaft zu leisten.

Titelbild: Unsplash / Alina Grubnyak